Im Garten herrscht Frieden
romantische Blumenzwiebelmischung

Im Garten herrscht Frieden

So einfach ist das manchmal. Das Leben tobt um uns herum – Ängste, Sorgen, Stress und Nöte treiben die Menschen um und rauben ihnen manchmal den Raum zum Atmen.

Im Garten dagegen herrscht Ruhe. Hier lässt sich die Natur keine neuen Regeln diktieren, sie lässt sich nicht stressen und es gibt keine Bedrohung.

Tulpen und Narzissen in herrlich farbenfroher Mischung
Tulpen und Narzissen in herrlich farbenfroher Mischung

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen manche von uns um ihre Existenz bangen, Menschen in Europa auf der Flucht vor einem Krieg sind und auch die ganz „normalen“ Sorgen wie Beziehungs- und Jobprobleme uns zu schaffen machen, herrscht im Garten Frieden.

Die Natur macht´s vor

Die Vögel zwitschern, die Hummeln brummeln, die Katzen aalen sich in der Katzenminze. Die Spontanvegetation spriesst, die heiss ersehnte Staude eher noch nicht so und der Wind weht den eben zusammengefegten Laubhaufen zurück auf die Strasse.

Im Garten ist immer etwas zu tun, wir können Hände und Hirn wunderbar beschäftigen. Unsere Seele kommt zur Ruhe und erfreut sich am Wachsen und Blühen.

Manch einer braucht die „harte“ körperliche Arbeit im Garten, um zur Ruhe zu kommen. Andere können es geniessen, hier und da Verblühtes abzuzupfen, den Rosen gut zuzusprechen oder auch einzelne vertrocknete Grashalme abzuschneiden. Es muss gar nicht immer der grosse Eingriff sein. Allein schon ein tiefer Atemzug nach dem Aufstehen oder auch nach Feierabend und man fühlt sich schon ein bisschen wacher, lebendiger und tankt Kraft.

Kaukasus Vergissmeinnicht
Kaukasus Vergissmeinnicht

Gartenbaden

Waldbaden ist ein weitverbreiteter Begriff, aber genauso kann man „gartenbaden“. Der Garten erdet dich, holt dich ins Hier und Jetzt, gibt dir Raum für Träume und umgibt dich mit einem sicheren Raum.

Überhaupt ist das meiner Ansicht nach ein ganz grosses Thema, das Hier und Jetzt. Wie häufig hängen wir gedanklich und emotional in der Vergangenheit oder schieben unser Leben auf „bis denn mal“

  • Die Kinder gross sind
  • Ich Kinder habe
  • Ich einen Partner habe
  • Ich mehr Geld verdiene
  • Ich in Rente bin
  • Ich einen besseren Job habe

Irgendwie scheinen viele zu uns immer auf irgendwas zu warten oder an irgendwas zurückzudenken. Dadurch hängen wir in der Vergangenheit fest oder in irgendeinem ersehnten Zustand, bis wir endlich mal Freude empfinden, Liebe oder Glück. Dabei ist so vieles davon schon im Hier und Jetzt. Und: Wer schonmal etwas vom Gesetz der Anziehung gehört hat, weiss: Du ziehst mehr von dem an, wohin deine Energie gerade geht. Dies ist nun sehr vereinfacht, hierzu sollte ich vielleicht zu anderer Gelegenheit einmal mehr schreiben.

Lass‘ uns mehr im Hier und Jetzt sein

Worauf ich hinaus will: Vermissen wir stetig nur das unbeschwerte Leben (als Single, als Teenie, …) oder sehnen wir uns nach dem, was wir zukünftig haben wollen verpassen wir die wunderschönen und freudigen Momente, die uns tagtäglich passieren. Bezogen auf den Garten meine ich damit beispielsweise

  • Barfuss durchs Gras laufen
  • Der dicke Hummelpo in der leuchtend gelben Narzisse
  • Tautropfen in der Morgensonne
  • Das freche Rotkehlchen hinterm Kompost, das dich mit schräg gelegtem Kopf beobachtet
  • Die ersten Blätter der frisch gesetzten Stauden, die sich im Frühjahr aus der Erde schieben
  • Die Winterlinge, die sich im Garten ausbreiten und in der Eiseskälte an immer neuen Stellen auftauchen
Blüte der Felsenbirne - ein wichtiges Zier- und Nutzgehölz
Blüte der Felsenbirne – ein wichtiges Zier- und Nutzgehölz

Ich könnte diese Liste endlos fortführen. Und ich wünsche mir so sehr, dass noch viel mehr Menschen den Garten nicht als etwas ansehen, das man „halt hat“ weil´s irgendwie dazugehört. Sondern als ein ganz grosses Geschenk an uns Menschen, ein friedlicher Platz inmitten all des Tumults da draussen.

Romantische Tulpenmischung und cremefarbene Narzissen - ein Traum in Pastelltönen
Romantische Tulpenmischung und cremefarbene Narzissen – ein Traum in Pastelltönen

Noch etwas liebe ich so sehr am Garten und der Natur, der wir im Garten Raum schenken dürfen: Die Natur lässt sich nicht hetzen. Sie lässt sich nicht verbiegen. Die Natur gibt und nimmt und damit haben wir klarzukommen. Dies annehmen zu können ist ein weiterer Schritt zu mehr Gelassenheit und mehr im Hier und Jetzt sein. Wir können die Natur in unserem Garten ein wenig lenken, ein wenig unsere Ideen einbringen – letztendlich sind es aber nicht wir die den erfolgreichen Ausgang in der Hand haben. Wir können uns hier nur noch zurücklehnen und zuschauen, was die Natur mit unseren Ideen so vorhat. Dabei können ganz wunderbare Dinge entstehen. Oder aber es geht mit Pauken und Trompeten in die Hose. Dann sollten wir als Gärtner über die Weisheit der Natur schmunzeln und uns daran erfreuen – was die wenigsten davon abhält, es nochmals so oder so ähnlich zu versuchen.

Könnte ja auch sein, diesmal klappt es 😉

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Ines

    Liebe Christina, Danke für den schönen Artikel. Der Impuls nicht in die Denkfalle „wenn erst das und das, dann…“ zu geraten, kam genau im richtigen Moment ♥️ Liebe Grüße Ines

    1. Liebe Ines,
      wie schön, das freut mich sehr, wenn ich dir einen kleinen Schubs geben konnte 😉 Genau das lerne ich gerade auch für mich. Es ist ein umheimlich spannender Prozess. Und so oft ergibt sich ganz viel von alleine, wenn man einfach mal loslegt ohne dass schon alles perfekt vorbereitet ist.
      Ganz liebe Grüße

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